Fragen und Antworten zum Projekt Erdgasleitung 442

Wer steht hinter dem Projekt? Worum geht es?

Wer ist die Ferngas Netzgesellschaft mbH?

Die Ferngas Netzgesellschaft mbH versteht sich als innovativer und zuverlässiger Dienstleister rund um das Thema Erdgas. Sie ist Eigentümerin eines über 3.000 km langen Netzes von Erdgashochdruckleitungen und beschäftigt rund 30 Mitarbeiter.

 

Als Kombinationsnetzbetreiber unterhält sie ein Fernleitungs- und Verteilernetz in Bayern und Thüringen sowie Teilen Hessens, Sachsens und Sachsen-Anhalts. Die Ferngas Netzgesellschaft mbH verantwortet den Transport und die koordinierte Verteilung von Erdgas und gewährleistet dabei die sichere und verlässliche Versorgung ihrer Kunden. Durch die Planung und Durchführung von Optimierungsmaßnahmen am Erdgasnetz schafft sie eine moderne und effiziente Infrastruktur.

Als Energiedienstleister aus der Region berät die Ferngas Netzgesellschaft mbH nachgelagerte Netzbetreiber unter anderem zu Fragen der Prozesstechnik und unterstützt ihre Kunden bei der Entwicklung von regionalen Energiekonzepten.

 

Was ist die rechtliche Grundlage für das Projekt?

Als Verteilungsnetzbetreiber trägt die Ferngas Netzgesellschaft mbH die Systemverantwortung für den sicheren und zuverlässigen Betrieb des Leitungsnetzes. Die Erneuerung der EGL 442 dient dem Ziel, die Versorgungssicherheit in den kommenden Jahrzehnten zu erhalten und weiter zu erhöhen. Die rechtliche Grundlage dazu bildet das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).

 

Wie wird die Notwendigkeit des Projektes „Erneuerung der Erdgashochdruckleitung EGL 442“ begründet?

Die EGL 442 überträgt Erdgas an 26 Abnehmer (Industrie, Gewerbe, Stadtwerke) in der Region Süd-Ostthüringen und Sachsen. Damit gewährleistet sie die sichere und zuverlässige Energieversorgung von Wirtschaftsunternehmen und Haushalten.

Die geplante Maßnahme stellt eine Modernisierung des in den 1950er und 1960er Jahren gebauten Netzabschnitts dar. Mit der Erneuerung der Leitung wird eine größere Flexibilität im Netzbetrieb geschaffen, die Überwachungstechnik auf den neuesten Stand gebracht und ein effizienterer Netzbetrieb ermöglicht. Damit leistet das Projekt EGL 442 einen Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zur Absicherung der energieseitigen Daseinsvorsorge in der Region.

 

Welche technischen Parameter kennzeichnen das Projekt?

Gesamtlänge der Hauptleitung: ca. 125 km

Gesamtlänge aller Abzweigleitungen: ca. 25 km

Einbezogene Landkreise: LK Sonneberg, LK Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis, LK Greiz, LK Zwickau

Nenndurchmesser: DN 400 Hauptleitung; Abzweigleitungen wie Bestand

Einzelrohrlängen: 18 Meter (Stahlrohre)

Verlegetiefe: Regelüberdeckung 1,20 m, mindestens aber 1,0 m

Druckstufe: Betriebsdruck 25 bar

 

Warum werden Leitungen verlegt, die bis zu 84 bar „vertragen“?

Die Materialqualität der neuen EGL 442 soll den sicheren Leitungsbetrieb für die nächsten 50 Jahre und darüber hinaus ermöglichen. Die Auslegung der Leitung auf einen Betrieb von bis zu 84 bar entspricht einerseits dem modernen Standard im Rohrleitungsbau. Andererseits entsteht so Flexibilität, sich an zukünftige Entwicklungen anpassen zu können, ohne dass damit eine signifikante Steigerung der Projektkosten verbunden wäre.

 

Was bringt das Vorhaben der Region in wirtschaftlicher Hinsicht in der Bauphase/Betriebsphase?

Im Zuge der Baumaßnahme werden regionale und überregionale Firmen am Ausschreibungs- und Vergabeprozeß der einzelnen Leistungen beteiligt. Die ausgeschriebenen Arbeitspakete werden dabei so strukturiert, dass auch mittelständische Betriebe aus der Region mitbieten können. Die Arbeitspakete umfassen dabei unter anderem die Bereiche Bau, Logistik sowie Renaturierung.

In der Betriebsphase werden aufgrund der verbesserten Möglichkeiten einer sicheren und effizienten Energieversorgung zudem langfristig die Voraussetzungen für Neuansiedlungen oder Erweiterungen für Industrie und Gewerbe geschaffen.